Das 6-Minuten Tagebuch

Auf Twitter hatte ich das „6-Minuten Tagebuch“ bereits vorgestellt, heute möchte ich etwas ausführlicher über meine Erfahrungen mit diesem Buch schreiben. Grundsätzlich finde ich es eine gute Idee, denn es geht darin um die positive Selbstbekräftigung und Dinge bewusster zu erleben. Es ist sehr empfehlenswert für Menschen, die ihr Denken verändern und in eine positivere Richtung lenken wollen. Zum besseren Verständnis stelle ich das Buch aber noch einmal ausführlicher vor.

Das Cover des Tagebuchs

Das Buch selbst ist von Dominik Spenst veröffentlicht. Es gibt eine Einleitung mit den Gründen und einer Beispielseite, so dass sich ein guter Überblick bekommen lässt. Darauf folgen weitere Erklärungen, wie beispielsweise die Morgenroutine und die Abendroutine. Das Tagebuch soll quasi drei Minuten am Morgen und drei Minuten am Abend geführt werden, also die sechs Minuten sind auf den Tag verteilt. Am Anfang eines jeden Monats soll der Schreiberling verschiedene Bereiche seines Lebens bewerten; hier gibt es eine Tabelle mit Zahlen. Dazu zählen beispielsweise Freunde, Familie, Partnerschaft, aber auch Sport, Kreativität, Gesundheit und Finanzen.

Der Monats-Check

Außerdem gibt es einen Gewohnheits-Tracker; ich habe hier beispielsweise das Joggen und das morgendliche Aufstehen eingetragen. Als Beispiel diente hier „1 Liter Wasser trinken“. Dann gibt es noch wöchentliche Fragen, die am Anfang einer jeden Woche ausgefüllt werden. Diese Fragen variieren von Woche zu Woche. In der ersten Woche wird beispielsweise danach gefragt, was aktuell die größte Sorge ist, wer der beste Freund ist und wann zuletzt Freudentränen geweint wurden.

Die wöchentlichen Fragen

Dann beginnen die täglichen Berichte, für die drei Minuten am Morgen und drei Minuten am Abend investiert werden sollen. An sich eine tolle Idee. Ich finde es nur schade, dass die Frage sich jeden Tag wiederholen. Es wäre aus meiner Sicht schöner gewesen, wenn die Fragen so wie die wöchentlichen Fragen variieren.

Die täglichen Berichte

Ich persönlich habe bereits nach wenigen Tagen bemerkt, dass das Tagebuch mich deprimiert. Heute habe ich das Thema kurz bei meiner Therapeutin angesprochen und sie sagte, dass diese sechs Fragen zu viel für mich seien. Ich schätze, dass dieses Tagebuch bei einer akuten Depression sehr schnell das Gegenteil bewirken kann; bei mir war das zumindest der Fall. Besondere Probleme hatte ich bei den Fragen, was meinen Tag wundervoll machen würde, was ich Gutes für eine Person getan habe, und was ich am nächsten Tag besser machen werde.

Vermutlich ist das Tagebuch eine tolle Sache für Leute, die ihr Denken verändern wollen, aber nicht gerade ziemlich tief unten in einem Graben sitzen. Meine Therapeutin sagte, dass ich kleiner anfangen muss. Ich soll bloß, wie ich es früher auf Twitter häufig gemacht habe, ein bis drei schöne Momente des Tages notieren. Auch und insbesondere, wenn diese Dinge „nur“ Kleinigkeiten sind.

Mein Fazit lautet daher:
Ein tolles und empfehlenswertes Buch. Wenn Ihr allerdings gerade in einer akuten Depression mit negativen Gedankenstrudeln steckt, solltet Ihr vielleicht erstmal kleiner anfangen. Bei mir hat das Buch schon nach dem zweiten Tag noch weitere negative Gefühle hervorgerufen und ich denke, dass das nicht Sinn der Sache ist. Die negativen Gefühle entstanden bei mir vor allem dadurch, dass ich derzeit nicht täglich etwas Gutes für eine andere Person machen kann und oft auch nicht weiß, wie ich den morgigen Tag besser gestalten könnte. Bei einer akuten Depression also lieber positive Momente des Tages aufschreiben, anstatt Euch mit einem Buch noch weiter unter Druck zu setzen.

Ich selbst werde das Buch nicht wegwerfen, sondern in mein Regal stellen. Vielleicht kommt eines Tages der Moment, wo ich bereit bin für die Fragen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das noch nicht der Fall.

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