Bloggedanken

Im Moment mache ich mir viele Gedanken, ob das Fortführen meines Blogs überhaupt noch Sinn ergibt. Ich fühle mich irgendwie „leer geschrieben“ und habe das Gefühl, dass es genug andere Blogs von Autisten gibt, und diese auch wesentlich interessantere und wichtigere Themen beinhalten. Seitdem ich nicht mehr bei Twitter bin, habe ich immer weniger Motivation überhaupt noch Beiträge zu verfassen. Irgendwie war mein Blog doch immer mit Twitter verbunden, aber ohne Twitter fühlt er sich nur noch wie eine leere Hülle ohne Leben an. Ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt noch regelmäßige Leser habe und meine Beiträge überhaupt noch von Interesse sind.

Nun, ich habe einfach mal eine Umfrage erstellt. Mich würde interessieren, welche Themen überhaupt interessant sind auf meinem Blog. Ich weiß nicht, ob ich wieder mehr über meine autistischen Schwierigkeiten schreiben soll oder es in Ordnung ist, wenn ich auch nur mal allgemein von meinem Seelenleben und den Ereignissen schreibe.

Im Moment brauche ich definitiv eine kleine Pause, weil es mir jetzt seit einigen Tagen sehr schlecht geht. Tatsächlich hat mein Seelenleben sich derzeit eingependelt, stattdessen hat mein Körper nun einen Durchhänger. Ich habe jetzt seit sieben Tagen durchgängig Kopfschmerzen, weswegen ich kaum noch Zeit an meinen Bildschirmen verbringe. Heute habe ich versucht Zitate und Termine in meinen neuen Jahreskalender einzutragen, aber danach musste ich mich zwei Stunden hinlegen, weil mein Kopf mich beinahe um den Verstand gebracht hat. Ich gebe mir noch bis Montag Zeit, ehe ich meinen Hausarzt aufsuchen werde. Ich hatte seit zwei Jahren keine Kopfschmerzen mehr, damals hatte ich regelmäßige Migräneanfälle durch die Antibabypille. Nach dem Absetzen hatte ich Ruhe, aber nun scheinen die Schmerzen sich erneut einen Weg zu bahnen.

Einige Leute meinen zu mir, dass das auch am Stress liegen kann. Bei meiner Oma hatte ich keine Zeit für mich alleine, danach waren meine Eltern eine Nacht hier, anschließend kam meine ehemalige Mitbewohnerin, um ihre Sachen abzuholen. Jetzt versuche ich meine Wohnung umzudekorieren und einzurichten, aber ich komme mit der Arbeit kaum voran. Immer wieder muss ich mich hinlegen, weil die Kopfschmerzen mich total ausknocken. Nicht einmal die Depression schaffte es, dass ich mir Ruhezeiten gönnte; aber die momentanen Schmerzen zwingen mich dazu. Jetzt am Wochenende müssten noch zwei Möbelstücke für mein Schlafzimmer geliefert werden; ich bin froh, wenn meine Wohnung endlich fertig ist.

Nun komme ich zum Ende, denn ich merke, dass die Schrift mir schon wieder vor den Augen verschwimmt. Vielleicht gibt es Besserung, wenn ich wieder mit dem Joggen beginne; die Bewegung fehlt mir.

Zumindest habe ich jetzt ein Zimmer mehr, also wieder einen getrennten Schlaf- und Wohnbereich. Mein Wohnzimmer ist auch beinahe fertig, meine Uhr und zwei Bilder möchte ich dort noch aufhängen. Morgen soll laut Sendungsstatus mein Bett geliefert werden, außerdem warte ich noch auf zwei Kleiderständer aus Holz. Wenn ich das aufgebaut und aufgeräumt habe, wäre auch mein Schlafzimmer fertig. In der Küche muss ich noch ein paar Dinge aussortieren, aber vorgestern habe ich schon neue Lampen unter den hängenden Schränken angebracht. Ich versuche jeden Tag ein wenig daran zu arbeiten, zwischendurch mache ich lange Pausen; fühle mich aber von Tag zu Tag wohler in meiner Wohnung.

6 Kommentare zu „Bloggedanken

  1. Ich find es nicht schlimm, wenn ein Blog einfach mal eine Weile brach liegt. Bei mir (und auch etlichen anderen Blogs, die ich kenne) liegen zum Teil auch größere Abstände zwischen den Beiträgen. Ist doch ok so. Wenn mir was in den Sinn kommt, worüber ich schreiben will, schreibe ich. Wenn da nichts ist oder ich nicht zum Schreiben komme, dann tut sich halt mal monatelang nichts.
    Ich fände es schade, wenn du so völlig „verschwinden“ würdest.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ach ja, und ich finde, es kann auch verschiedene Themen geben 🙂
      Mein Blog war zuerst ein Blog, wo ich meine Gedanken teilen wollte, mittlerweile kam einiges an Aktivismus dazu. Ich hätte aber keine Skrupel, auch über andere Themen zu schreiben, wenn mir da was einfiele.

      Gefällt 2 Personen

  2. Ich freue mich auf jeden Fall, weiterhin was zu lesen, egal zu weichem der Themenbereiche in der Auswahl – aber wenn du eine Pause vom Beiträgeschreiben brauchst (ob kurz oder lang), dann nimm sie dir, der Blog soll ja nicht zur Verpflichtung werden. Ist auch schön zu hören, dass die seelische Besserung geblieben ist, jetzt muss es nur noch dem Ninjakörper auch wieder besser gehen D: *Flausch dalass*

    Gefällt 2 Personen

  3. Auch ich würde mich ebenfalls freuen, weiter von dir lesen zu dürfen. Ich finde nicht, dass es schon genügend Blogs von anderen Autisten gibt und auch nicht, dass diese weitaus interessantere und wichtiger Themen beinhalten als der deine. Dein Blog enthält die Themen, die wichtig für dich sind und das ist gut so.

    Es kann m.M.n. noch gar nicht genügend Blogs von Autisten geben, das sieht man daran, dass die nichtautistische Welt nach wie vor nicht ausreichend sensibilisiert ist für unsere Bedürfnisse, unsere Schwierigkeiten und dafür, was Autismus eigentlich bedeutet. Es gibt nach wie vor in weiten Bereichen zu viel Unkenntnis. Und deshalb ist jeder einzelne Versuch aufzuklären so wichtig und so wertvoll.

    Hier auf deinem Blog lese ich sehr gerne mit. Ich finde die meisten Themen, über die du schreibst, interessant. Mal ganz abgesehen davon, dass es mich persönlich interessiert, wie es dir geht und ich Anteil an dem nehme, was du schreibst. Ich freue mich, wenn du schreibst, dass es dir seelisch besser geht und hoffe für dich, dass das zu einem stabilen Zustand wird.

    Auch auf meinem Blog gibt es wochenlang nichts Neues zu lesen, mach dir keinen Stress. Wie gedankenkarussell so richtig schreibt: Ist doch nicht schlimm. Und ich schließe mich hier TOFUfreak an: Dein Blog sollte nicht zu einer Verpflichtung werden. Jeder von uns sollte sich eine Pause gönnen, wenn er oder sie eine braucht.

    Gefällt 1 Person

  4. Ich freue mich immer, wenn ich nach ein paar Tagen oder Wochen wieder hier reinschaue und was Neues von dir lese, egal zu welchem Thema. Ein Blog muss ja nicht regelmäßig und eng getaktet sein. Und als Ergänzung zum eher bildfokussierten Instagram finde ich gelegentliche Texte (auch mit Bildern dazu) hier wirklich prima 🙂 Mein Blog ist ja derzeit auch fast nur noch gelegentliche poetische Gedankenablage, ich kenne den Gedanken nach dem „lohnt das noch, liest das jemand?“, aber es tut trotzdem gut, dort einfach ab und zu was hinauszuschreiben.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s