Ziele

Gute Vorsätze habe ich in diesem Sinne keine, allerdings habe ich mir drei Hauptziele für das Jahr 2019 gesetzt. Ich weiß gar nicht, ob ich alle drei Vorhaben überhaupt als Ziel bezeichnen kann, aber mir fällt im Moment keine bessere Bezeichnung ein.

Bei meinem ersten Hauptziel handelt es sich natürlich um eine Arbeitsstelle. Aus diesem Grund werde ich in der nächsten Woche auch wieder mit dem Schreiben von Bewerbungen beginnen, und hoffe, dass ich eine gute Teilzeitstelle finden kann. Nervös bin ich dennoch, denn ich fürchte mich vor Missverständnissen, Überforderung und Mobbing. Auf der anderen Seite fällt mir redensartlich die Decke auf den Kopf. Ich brauche eine Beschäftigung, eine sinnvolle Aufgabe, ein wenig Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Außerdem würde ich mich wesentlich besser fühlen, wenn ich meinen Lebensunterhalt selbst bestreiten könnte. Ich möchte zwar nicht in meinen alten Beruf zurück, aber ich habe zumindest zwei alternative Ideen.

Mein zweites Hauptziel steht in Verbindung mit einem meiner größten Hobbys und Interessen. Es handelt sich dabei um die Kunst. In den letzten Wochen zeichne und male ich wieder aktiv, bisher aber nur im kleinen Sinne und zu Übungszwecken. Allerdings haben sich in letzter Zeit einige Ideen bei mir entwickelt, die ich nun noch aufs Papier beziehungsweise die Leinwand bringen muss. Ich würde unheimlich gerne eine Austellung machen; diese plane ich allerdings nicht mehr in diesem Jahr. In diesem Jahr möchte ich aber versuchen Bilder dafür zu kreieren, die nach Möglichkeiten aber anders werden sollen als das, was ich bisher in meinem Blog oder auf Instagram gepostet habe. Der Stil wird sich sicherlich nicht großartig ändern, denn ich bleibe ich, aber ich möchte mehr Leinwände und größeres Papier nutzen. Außerdem würde ich gerne wieder mutiger werden, also noch mehr Risikobereitschaft in meine Bilder bringen.

Das dritte Hauptziel ist eigentlich weniger ein Ziel, als vielmehr ein Wunsch. Ich habe im letzten Jahr einmal auf meinem Blog geschrieben, dass ich meine Sexualität entdeckt hätte. Ich glaube, dass das nicht ganz die Wahrheit ist. Tatsächlich denke ich, dass ich nach wie vor asexuell bin und sich daran auch gar nicht mehr so viel in meinem Leben ändern wird. Ich habe für mich allerdings herausgefunden, dass ich zwar asexuell bin, aber nicht aromantisch. Also sexuelle Handlungen haben für mich keinen übergroßen Stellenwert, eine Beziehung hingegen wünsche ich mir schon. Das ist in der Tat eine ganz neue Erkenntnis für mich, eine neue Sehnsucht. Bis zum Herbst des letzten Jahres hätte ich mich auch als aromantisch eingestuft, aber seit dem Beginn meiner Therapie hat sich vieles in mir verändert. Zum einen liegt das sicher daran, dass ich langsam ein Erlebnis aus meiner Kindheit aufarbeite, zum anderen liegt es aber bestimmt auch daran, dass ich auf dem Weg der Selbstakzeptanz bin. Nur wenn ich mich selbst akzeptiere und liebe, kann ich die Akzeptanz und Liebe von anderen Menschen annehmen.

Neben meinen Hauptzielen gibt es noch kleinere Ziele. Zuerst hatte ich ja überlegt, ob ich meinen Blog schließe, aber ehrlich gesagt hat das Schreiben für mich immer noch eine große Bedeutung. Ich habe trotzdem mit dem Sprechen begonnen, wie es im letzten Jahr mein Vorhaben war. In der Therapie spreche jetzt mehr, aber auch außerhalb der Therapie versuche ich Menschen mehr in mein Leben einzubeziehen. Meine Therapeutin erklärte mir, dass die meisten Menschen nicht emotional instabil sind und mir sagen werden, wenn ich Grenzen überschreite. Ganz langsam stelle ich fest, dass die Menschen von meinen Worten gar nicht so schnell genervt sind. Ganz im Gegenteil. Einige haben mir nun ihrerseits Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit erzählt. Es ist also ein Geben und Nehmen. Mir wirklich nahestehende Menschen wissen von meiner Therapie und meinen autistischen Schwierigkeiten. Jedem würde ich davon natürlich nicht erzählen, aber „mein kleiner Kreis von Personen“ hat es ausschließlich gut aufgenommen.

Wie dem auch sei habe ich beschlossen, dass ich meinen Blog entweder schließe oder mich wieder mehr um die Erhaltung kümmere. Zuerst wollte ich eine Pause machen, aber dann verschwanden die Kopfschmerzen. Und dann kam ich zu dem Schluss, dass ich meinen Blog behalten und ihn wieder mehr mit Leben füllen möchte. Außerdem habe ich meine Liste der Lieblingsblogs erweitert, denn ich mag unbedingt auch bei anderen Menschen wieder mehr mitlesen und mir die Zeit nehmen. Das Lesen allgemein soll wieder einen höheren Stellenwert in meinem Leben bekommen, denn ich vermisse dieses Hobby. Eigentlich durfte es doch nicht schwer sein, jeden Abend ein Stündchen im Bett zu lesen. Das hilft vielleicht auch beim Einschlafen. Wobei ich beim Einschlafen derzeit wieder ein altes Problem habe: Ich höre meinen eigenen Atem im linken Ohr. Das ist eine äußerst unangenehme Sache.

Ein weiteres kleines Ziel von mir ist, dass ich meine Englischkenntnisse verbessern möchte. Deswegen versuche ich mehr englischsprachige Serien, Filme und Videos zu sehen. Gestern habe ich einen interessanten Satz in einem englischsprachigen Video vernommen, in dem es um eine Behinderung ging:

I’m different and people remember people that are different.
(Ich bin anders und die Leute erinnern sich an Menschen, die anders sind.)

Ich hatte mein Leben lang ja Schwierigkeiten damit, dass ich mich immer irgendwie von anderen Menschen unterschied. Auf der anderen Seite habe ich aber auch schon gemerkt, dass Menschen sich gerade deswegen eher oder besser an mich erinnerten. Ich möchte gerne weiterhin versuchen, wieder mehr ich selbst zu sein; also mit weniger Kompensation und Maskierung. Nach wie vor arbeite ich an der Selbstakzeptanz und Selbstliebe, an einem besseren Selbstwertgefühl, an der Verarbeitung meiner Kindheit und Jugend.

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