Viele Veränderungen

Es ist leise geworden auf meinem Blog. Vor einigen Monaten schrieb ich, dass ich in Zukunft gerne mehr sprechen als schreiben möchte. Ich bin selbst überrascht, aber ich konnte dieses Vorhaben in die Tat umsetzen. Nun nehme ich aktiver am Leben teil, während das Schreiben sprichwörtlich auf der Strecke bleibt. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass ich meinen Blog wieder mit mehr Einträgen füllen kann. Ich plane tatsächlich meinen Blog wieder zu reaktivieren, ihm neues Leben einzuhauchen.

Mein eigenes Leben hat sich gewandelt im Laufe der letzten Wochen und Monate. Mit Hilfe der Therapie und meiner eigenen inneren Stärke konnte ich Veränderungen vornehmen, die in meinem Sinn waren. Ich legte die Verantwortung für einen anderen Menschen ab und trug plötzlich nur noch meine eigene Verantwortung. Es fühlte sich an, als hätte ich einen schweren Rucksack abgelegt. Ich sprach mit vielen Menschen darüber, nicht nur mit meiner Therapeutin, und stieß auf viele ‚offene Ohren‘ und Verständnis.

Mit der Zeit entwickelte ich immer mehr Selbstwert. Es gibt Rückschläge, keine Frage, aber die meiste Zeit stehe ich nun zu mir. Am Anfang der Therapie konnte ich keine drei Stärken von mir aufzählen, inzwischen weiß ich allerdings um meine Stärken und kann sie nicht mehr an zwei Händen abzählen. Ich bin selbstbewusster, wehre mich gegen falsche Anschuldigungen und sage meine Meinung. Viele Menschen sagen mir, dass ihnen die Veränderungen an mir positiv auffallen. Es ist ein schönes Gefühl. Leider musste ich im Zuge dessen auch Menschen hinter mir lassen, wie meine ehemalige beste Freundin und inzwischen auch meine Großmutter. Es ist schmerzhaft, aber ich kann und will nicht mehr der Mensch aus meiner Vergangenheit sein. Ich habe mich verändert und bin froh um meine Veränderungen.

Nach zahlreichen Gesprächen habe ich mich zudem entschieden, dass ich in diesem Jahr ein zweites Studium beginnen werde. Ich werde mir einen sehr großen Traum von mir erfüllen und Psychologie studieren, was bereits seit Jahren mein Spezialinteresse ist. Ich möchte mein Leben so gestalten, dass es für mich selbst in Ordnung ist; unabhängig davon, was andere Menschen für das Richtige halten. Es ist MEIN Leben. Ein zweites Studium bedeutet neben dem Job natürlich auch Veränderungen.

Ich werde umziehen in diesem Jahr. Das ist sehr aufregend für mich, weil ich meinen jetzigen Wohnort mag. Ich singe dort im Chor, habe Leseparts in der Kirche, gehe zur Therapie, habe eine tolle Hausärztin, fahre regelmäßig zum Stammtisch für erwachsene Autisten. Was mir jedoch fehlen sind ein Job, eine neue Zukunftsperspektive in Form eines Studiums, und meine Partnerin. Das sind meine drei Hauptgründe für einen Umzug. Und ich finde, dass das sehr gute und wichtige Gründe sind.

Tatsächlich habe ich vor etwa einem Jahr erkannt, dass ich nicht asexuell bin, sondern meine Vergangenheit noch immer sehr in meine Sexualität eingreift. Wenn ich mich in Schubladen einsortieren müsste, würde ich mich am ehesten als demisexuell und panromantisch bezeichnen, wobei ich mir vor einem Jahr eingestanden habe, dass ich mir eher eine Beziehung mit einer Frau vorstellen kann. Im Sommer stellten eine gute Freundin und ich dann fest, dass wir uns ineinander verliebt haben; und inzwischen sind wir sechs Monate in einer Partnerschaft. Ich sitze gerade in ihrem Wohnzimmer und schreibe diesen Text.

Es ist viel geschehen in den letzten Monaten. Sehr viel Gutes. Gleichzeitig steht noch viel bevor in diesem Jahr. Es macht mir oft Angst, aber ich versuche die Veränderungen langsam anzugehen. Ich freue mich auf die Veränderungen.

4 Kommentare zu „Viele Veränderungen

  1. Mir geht es auch so, dass bei mir wichtige Veränderungen anstehen. Und ja, auch ich muss mich von meinen jetzigen Aktivitäten und Bekannten in der Kirchgemeinde lösen. Alles Gute dir.

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  2. Hui,

    das liest sich alles super, und ich freue mich sehr für Dich.
    Es hat viele Veränderungen gegeben die sicher nicht leicht waren – und es gibt welche die nicht leicht – aber dafür spannend – werden.

    Ich drücke dir alle Daumen dass es weiter bergauf geht und Du immer zufriedener und glücklicher wirst. Und dass Ihr zwei eine tolle lange Zeit miteinander haben werdet.

    Und ich sag mal ganz egoistisch: ich freue mich wenn im Blog wieder Leben einzieht ^^

    Gaaaanz ganz liebe Grüße (und n Schokomuffin)

    K.

    (ich hoffe ich hab nun nicht doppelt kommentiert, die Anmeldung zickte etwas rum, wenn ja – kannst einen löschen)

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  3. Schön, das von Dir zu lesen. Ich bin gerade auf Kur und hab mir vorgenommen, danach irgendwas Richtung Partnerbörse zu versuchen, am besten mit offenem Visier. Es hilft nicht, sich in Menschen zu verlieben, die hunderte Kilometer entfernt leben und genauso wenig, sich zu sehr an die FreundInnen zu klammern, die in meiner Nähe sind.

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